Frauen und die Angst vor Macht

16 Mai

Es soll ja Leute geben, die behaupten Frauen hätten Angst vor Macht. Also nicht grundsätzlich, aber jedenfalls dann, wenn sie diese selbst ausüben sollten. Andere wieder behaupten, Frauen würde es unverhältnismäßig schwer gemacht, in die Chefetagen zu gelangen, man müsse doch Quoten einführen und für mehr Gleichberechtigung sorgen. Ich kann weder dem einen, noch der anderen zustimmen. Ganz klar, Frauen sind momentan wesentlich am Aufholen. Universitäten, Fachhochschulen … oft haben sie schon jetzt die Nase vorn.

Warum Mädls aufholen & Jungs am Ruder bleiben

Als Mädchen lernt man schon in der Kindheit brav, artig und fleißig zu sein, wie man sich richtig benimmt und hilfsbereit ist. Die Jungs, ja die dürfen wild sein, sich raufen und auch mal ungezogen sein. Klassische Rollenbilder, die wir ins Erwachsenenleben mitnehmen und nicht einfach ablegen können. In der Schulzeit und während des Studiums scheint diese Doktrin jedoch eine positive Auswirkung zu entfalten: immer mehr AbsolventINNEN auf Unis und Fachhochschulen – na dann müssten die Frauen den Männern doch bald auch die hohen Posten gewaltig streitig machen. Oder nicht?

Erfolg ist lediglich die Verdichtung von Vorteilen. Es stehen grundsätzlich jedem die gleichen Möglichkeiten offen, man muss diese nur erkennen, ergreifen und darf nicht locker lassen. Harte Arbeit alleine reicht nicht aus, um am Markt zu brillieren [nur um zu überleben].

Frauen arbeiten unglaublich hart, wollen immer das Beste erreichen und sind super selbstkritisch. Männern genügt es da schon eher. Das Ziel ist oft einfacher zu erreichen und alles erfolgt weniger emotionsgeladen, dafür wissen sie, Situationen richtig gut zu nutzen.

Geboren um zu führen?

Radikal formuliert könnte man davon sprechen, dass Frauen in ihrer Erwartung nach Dankbarkeit gefangen sind, sie streben nach Lob für ihre Leistung und sind tendenziell stärker nach Innen orientiert. Männer sind hingegen von Anspruchsdenken dominiert, sie transportieren ihre Machtrolle gerne und ohne Scham nach Außen und erwarten verlangen Anerkennung. Frau ist da eher bescheiden.

Macht-Kompetenz ist das neue Schlagwort, wenn es nach Christine Bauer-Jelinek geht. Sie spiegelt [kurz gesagt] jene Fähigkeit wider, die in einer Konfliktsituation nötig ist. Strategie, Positionsmacht und kontrolliertes Verhalten in einer Kampfsituation sind unabdingbar, um richtige und wesentliche Entscheidungen zu treffen. Sind Männer hier besser geeignet als Frauen?

Männern wird nachgesagt, sie hätten ein stärkeres Durchsetzungsvermögen, denken strategischer und sagen ihre Meinung gerade und klar heraus. Frauen täten sich da schon schwerer, schließlich haben sie einen stärkeren Gemeinsinn, sind bescheidener, streben [zumindest nach Außen] nach Harmonie und sind überaus diplomatisch. Zudem sind sie auch noch begeisterungsfähig – also das perfekte Publikum für Männer?

Seilschaften

Einzig das Netzwerken, das haben uns die Männer tatsächlich noch weit voraus. Zigarren- und Golfclubs, Freudenhäuser und Saufabende stärkten die Bande zwischen männlichen Entscheidern schon immer. Wir müssen lernen, Allianzen zu bilden [bitte nicht nur gleichgeschlechtlicher Natur, es geht hier um keine Verschwörung] und unser Netzwerk zu nutzen.

Gezieltes, starkes Netzwerken bedingt unumgänglich einen enormen Zeitaufwand, besonders zu Beginnen. Als Frau ist man da häufig in der Zwickmühle – einerseits will die Familie versorgt werden und dann will frau auch die Freunde nicht vernachlässigen. Tja, das ist eine Gratwanderung, die keiner erspart bleibt. Wie immer ist eine einfache Entscheidung nötig. [BTW: auch Männer müssen diese Entscheidung treffen, sie haben nur diesen einen gravierenden Vorteil - die Kinder bekommen die Frauen; der Rest ist Vereinbarungssache.]

Was Frauen noch lernen können:

[und wohl auch einige männliche Kollegen]

  • Entscheiden! Nicht vorschlagen. Klar und präzise wissen, was man will.
  • Machen! Aber nicht zuarbeiten und beten, dass es anerkannt wird.
  • Einfordern! Nicht abwarten, also hoffen, dass irgendwas zurück kommt.
  • Delegieren! Die anderen können’s genau so gut. Los lassen lernen.
  • Netzwerken! Ja, dafür müsst ihr Freizeit opfern.

Weder Opfer noch Widerstandskämpferin

Wir sind am richtigen Weg. Es dauert nur einfach etwas. Wichtig ist einfach nur, anzunehmen, dass sich Frauen anders verhalten als Männer. Der Weg zur Entscheidungsfindung, ihre Art zu kommunizieren … unterscheidet sich grundlegend von den Männer. Das ist so und das ist auch gut! Weder ein verkrampftest Anpassen noch gekünsteltes Verstellen ist nötig, Frau muss sich nicht wie Mann verhalten, um erfolgreich zu sein. Viel wichtiger ist es, sich authentisch zu verhalten und auf seine Stärken zu besinnen, überzeugt zu handeln und das zu tun, was man schon immer machen wollte.

Ich denke nicht, dass Frauen Angst vor der Ausübung von Macht haben, der Zugang ist einfach ein anderer.

PS: beginnt JETZT damit. Kauft Euch Bücher, sucht eine/n MentorIn, tauscht Euch mit anderen aus.

PPS: falls zufällig Unternehmer-/innen mitlesen – ich würde mich über einen gemeinsamen Café oder ein gutes Glas Wein und Austausch freuen … einfach melden!

One Response to “Frauen und die Angst vor Macht”

  1. Andreas 22. Mai, 2010 at 17:48 #

    Mist. Hat mir meine Mutter in der Kindheit zu viele Puppen zum Spielen gegeben? Alles verhaut. Und nicht mal sexy als Ausgleich.

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